Tschüss: Unddu.de macht die Pforten dicht
Juli 22nd, 2009 • News, Web • 3 comments
Web.de hatte eigentlich eine ganz gute und fast neue Idee: wir machen eine eigene Community auf. Bis auf die Tatsache, dass der Name nicht unglücklicher hätte gewählt werden können und es schon tausende Communities auf dieser Internetwelt gibt, ein toller Einfall.
Jetzt war es aber so, dass es schon eine ganze Reihe von Communities gab, der Name tatsächlich daneben war und man irgendwie das Schiff nicht in den sicheren Hafen hoher Besucherzahlen steuern konnte. Aufmerksame Betrachter und Analysten hätten die Schwierigkeiten mit Copy Cats bereits bei Bertelsmanns Bloomstreet und der T-Community (auch so ein Name) der Telekom erkennen können. In diesem Fall fehlte es aber leider an der notwenigen Aufmerksamkeit.
Nun hat unddu.de seine Pforten dicht gemacht und (Respekt) eingestanden, dass es den Machern nicht möglich war die angestrebten Nischen erfolgreich zu besetzen. Den letzten noch aktiven Mitgliedern wurde empfohlen sich zukünftig bei Facebook zu betätigen. Ein letzter Wink mit dem Zaunpfahl an die deutsche Konkurrenz StudiVZ und Co.
Schade eigentlich. Die Mitgliedergemeinde scheint ja nicht allzu schlecht gewesen zu sein.

Schön viral: Muchas Maracas
Juli 22nd, 2009 • News, Web • 5 comments
Die neue “Muchas Maracas” Kampagne von Axe ist ein wunderschönes Beispiel für Viral Marketing. Man nehme eine durchaus kranke Idee, paare sie mit reichlich (fast) nackter Haut, lege eine selten dumme Musik darunter und garniere das ganze mit einfach zu verstehenden Spielchen. Flash und viel Filmmaterial machen es möglich und schon bekommt man eine schöne Viral Kampagne.


Erstaunlich, dass die Mädels (unter anderem Germany´s next Topmodel Kandidatin Fiona Erdmann) mit so viel Spaß dabei sind.
Ansehen und mitmachen kann man hier -> klick.
Piratenpartei: Anklage gegen Jörg Tauss
Juli 21st, 2009 • News, Web • 7 comments
Anscheinend will die Staatsanwaltschaft Karlsruhe Jörg Tauss wegen Besitz von Kinderpornografie anklagen. Basisquelle für diese Information scheint laut Golem die Bild zu sein, was die Geschichte nicht unbedingt in ihrer Glaubwürdigkeit steigert, mit einem Statement des Oberstaatsanwalts Rüdiger Rehring aber bestätigt wurde.
Tauss hatte bereits im März diesen Jahres zugegeben im Besitz von Kinderpornografie zu sein, diese aber nur zu eigenen Ermittlungszwecken genutzt zu haben. In einer Stellungnahme sagte er damals:
“Ich habe mich im Jahr 2007 aufgrund entsprechender Hinweise von Informanten über im Fernsehen beworbene pornografische Telefonhotlines und mit Decknamen wie ‘Werner’ dieser ‘Szene’ zu nähern versucht. “
und
“Sie kommen dem überhaupt auch nur nahe, wenn sie szenetypisch auftreten und selbst ‘Material’, sozusagen als Eintrittskarte, anzubieten haben. ‘Ich schicke Dir und Du schickst mir – so sind wir beide abgesichert’.”
Zwar hat man schon das ein oder andere Pferd vor der Apotheke kotzen sehen, eine Vorverurteilung ist in meinen Augen trotzdem mit Vorsicht zu genießen. Gerade der Weg der Staatsanwaltschaft, die Anklage über ein Medium wie die Bild Zeitung publik zu machen, scheint mir äußerst fragwürdig. Ein entstehender Medienrummel ist immerhin nicht nur eine gute Möglichkeit gegen Tauss zu agieren, sondern parallel auch das eigene Gesicht in die Presse zu ziehen.
Jörg Tauss hatte kürzlich erst den Wechsel vom SPD Abgeordneten zum Mitglied der Piratenpartei Deutschlands vollzogen und ist hier eines der wenigen bekannten Gesichter. Ob die neuen Schlagzeilen um Tauss der Piratenpartei schaden, ist fraglich. Für eine so junge Partei kann die um Tauss entstehende Presseresonanz aber von großer negativer Schlagkraft sein.
Interaktive Adventures bei YouTube – Drop the knife
Juli 21st, 2009 • News, Web • 9 comments
Die Damen und Herren von YouTube haben sich entschlossen das reine Videoportal um ein sehr gutes und vor allem zukunftsweisendes Feature zu erweitern. Im Rahmen der letzten Updates wurde Filmemachern die Möglichkeit gegeben interaktive Funktionen in ihre Filme einzubinden. Klingt erstmal nach nichts, wird aber auf den zweiten Blick sehr interessant.
Am Beispiel von “Drop the knife” kann man sehr gut sehen, wie Interaktivität genutzt werden kann, um den Betrachter den Handlungsstrang einer Geschichte selbst manipulieren zu lassen. An verschiedenen Stellen wird der Zuschauer aufgefordert sich für eine bestimmte, zur Situation passende Aktion zu entscheiden. je nachdem wie sich der Betrachter entscheidet, verläuft die Geschichte dann anders. Eine feine Sache und grundsätzlich voller Möglichkeiten für Entertainment- und Werbelösungen.
Alper Iseri vom meetinx Blog hat sich ebenfalls mit diesem Thema auseinandergesetzt. Für ein paar weiterführende Informationen solltet ihr bei ihm auch mal vorbeischauen.
So schnell geht schlechter Linkbait in die Hose
Juli 21st, 2009 • News, Web • 7 comments
Linkbait ist ein klassisches Mittel um eingehende Links und Besucher für ein Projekt zu gewinnen. Das Prinzip: der Betreiber denkt sich eine besondere Aktion oder Situation aus, die andere Seiten dazu animiert auf seine Seiten zu linken und über die Aktion zu berichten. Die Herausforderung beim Linkbait liegt dabei auf der Hand. Clever und vor allem einfallsreich sollte die Aktion sein. Im folgenden Beispiel sieht man ganz gut, wie jemand diese beiden Herausforderungen erfolgreich vergeigt hat.
Ein “Kollege” schreibt mir (und wahrscheinlich noch einer ganzen Reihe anderer Blogger) eine Mail mit folgendem Inhalt:
Liebe Blogger,
Madeleine Schickedanz lebt von 600 Euro pro Monat. Dabei hatte die Arcandor-Großaktionärin doch einst 3 Milliarden Euro. Daraus sind nun „nur noch“ 27 Millionen Euro geblieben. Den Quelle-Versand unterstützt Vater Staat mit 50 Millionen Euro, aber wer hilft Madeleine Schickedanz. Es ist schon so schlimm, dass sie beim Discounter einkaufen geht.
Deshalb unsere Bitte: Spendet für Madeleine Schickedanz!
Bitte unterstützt uns bei der Bekanntmachung der Aktion, damit möglichst viele Spenden zusammenkommen.
Hier der Link zur Aktion: http://linkhabeichentfernt.de
Viele Grüße
Auf den ersten Blick eine wenig einfallsreiche aber dennoch vorhandene Idee. Geht man allerdings auf die verlinkte Seite, so findet man sehr schnell auch noch mehrere Aufforderungen, bei Quelle über diverse Gutscheine zu sparen. Die Affiliatelinks sind dabei selbstverständlich inklusive und so prominent, als dass selbst meine Großmutter den Braten innerhalb weniger Sekunden gerochen hätte. Vielleicht lag es auch daran, dass die Kollegen von Deals.de (oups, jetzt ist es mir doch noch rausgerutscht) den Hals nicht vollbekommen haben und direkt 20! Affiliatelinks auf eine einzelne Seite gestellt haben.
Auf Kies gefurzt, Jungs! Guter Linkbait geht ganz anders.
Taz ist nicht für jeden: der neue Kinospot
Juli 20th, 2009 • News, Web • 6 comments
Keine Angst. Crossrange wird jetzt nicht zum Minikino umgebaut, aber der neue Taz Kinospot muss hier einfach rein.
Vergleichende Werbung geht oft in die Hose und wirkt stellenweise eher peinlich als werbewirksam. In diesem Fall läuft der Hase da meiner Meinung nach komplett anders. Etwas subtile Art gepaart mit der Gegenüberstellung von zwei komplett verschiedenen Zielgruppen und schon hat man ein wunderbares Werbeergebnis.
Piratenpartei: Spotvorschlag für den Wahlkampf
Juli 20th, 2009 • News, Web • 6 comments
Am 24.07.2009 ist der Einsendeschluss für Spotvorschläge zum Wahlkampf der Piratenpartei Deutschland. Eine ganze Menge mehr oder weniger gute Spotvorstellungen konnte man sich bis jetzt auf www.piratenspot.de ansehen und für sie voten.
Besonders gefallen hat mir dabei der Vorschlag von Christopher Grabinski, der mit einfachen Mitteln, aber trotzdem eindeutig die Ziele der Piratenpartei im Spot manifestiert hat. Durchaus ansehenswert!
Wer Interesse hat sich zu beteiligen, kann seinen Spotvorschlag entweder an die Piratenpartei senden, oder aktiv für einen Spot auf www. piratenspot.de mitvoten.
Markenrechtsverletzung oder wie man sich selbst blamiert
Juli 18th, 2009 • News, Web • 4 comments
Marken achten besonders gerne auf Verletzungen ihrer territorialen Ansprüche im Internet, was auch ganz ok ist. Dumm nur, wenn man sich selber mit den Tücken moderner Technik nicht auskennt und dann auf dicken Hose macht. Gerade geschehen im Fall vom bloggenden Kollegen Janusz Kopiec.
In Kurzform:
Janusz wird von einer Firma angeschrieben, die ihn auffordert die Marke innerhalb von 8 Stunden von seinen Seiten zu entfernen. Tut er dies nicht, so tritt der große Plan B mit Anwalt und großem Tamtam in Kraft.
Janusz sucht seine Seiten nach dem Logo der Firma ab und wird nicht fündig. Erst nach kurzem Hin und her kommt raus, dass die Firma einen Werbeblocker einsetzt, der das Logo der Firma (natürlich nur auf ihren eigenen Rechnern) als Ersatz für Werbung anzeigt.
Die volle Geschichte gibt es bei Freeweb24.
Hossa! So schnell kann man über´s Ziel hinausschießen und sich selbst und anderen einen unangenehmen Tag machen. Glück nur, dass Janusz den Namen der Firma aus der Geschichte rauslässt.
Das hält die Generation Upload vom neuen Vodafone Spot
Juli 17th, 2009 • News, Web • 5 comments
Über den neuen Vodafone Werbespot mit (unter anderem) Sascha Lobo und Ute Hammelmann wurde schon an sehr vielen Stellen des Internets gesprochen und diskutiert. So viel, als dass wir uns bis jetzt aus der Diskussion gehalten haben und nicht die 1.000ste Plattform für Vodafone bilden wollten. Getreu dem Adenauerschen Satz “was interessiert mich mein Geschwätz von gestern”, ändern wir diese Einstellung und präsentieren hier die Antwort der von Vodafone so treffend titulierten Zielgruppe “Generation Upload”:
Ein klarer Schlag ins Gesicht des Handy- und Internetriesen. Das Video mischt Elemente des ursprünglichen Spots mit denen des Orwell-Films 1984. Grund dafür: Vodafone hat im April 2009 mit anderen 4 großen Providern als eines der ersten Unternehmen freiwillig und ohne eine gesetzliche Grundlage abzuwarten, die Verträge für die von Ursula von der Leyen geforderten Internetsperren und damit den Aufbau einer Internetzensur-Infrastruktur unterschrieben.
Sehr gelungen und in meinen Augen wesentlich besser als der ursprüngliche Spot. Wer sich mehr mit dem Thema Internetzenzur auseinandersetzen möchte, dem sei die Seite www.ak-zensur.de empfohlen.
Windows 7 – Marketing im Aldi Style
Juli 17th, 2009 • News, Tech • 6 comments
Microsoft und die diversen Vorverkaufspartner des neuen Windows 7 Systems sind schon schlau. Wahrscheinlich sind in den letzten Wochen alle Beteiligten des neuen Vorverkaufsfeldzuges bei Aldi, Penny, Lidl und Co. einkaufen gewesen und haben sich den ein oder anderen Trick abgeschaut. Gerade der Dreh mit dem schnellen Ausverkauf von viel zu wenigen Produkteinheiten scheint da hervorragend funktioniert zu haben.
So kam es nicht von ungefähr, dass Windows 7 beim Vorverkaufshammerpreis von nur 49,97 Euro bei Amazon in wenigen Minuten komplett ausverkauft war. Zahlreiche Kunden, wie auch Peer Wandiger vom Selbständig im Netz Blog, kämpften zwar ritterlich mit der Warenkorbfunktion des Onlineversands, erlitten während der Schlacht aber so schwere Niederlagen, dass sie den Kaufprozess abbrechen mussten.
Das gleiche Schema konnte man auch heute bei Media Markt beobachten. Gerade erst tauchte das Sonderangebot in den heutigen Beilagen der Tageszeitungen auf, da war es laut Golem auch schon wieder aus den Regalen verschwunden.
Jetzt müsste man ja ein Schelm und zugleich (wie ich) Mac User sein um Böses hinter der Geschichte zu sehen, aber der schnelle Ausverkauf der Windows 7 Pakete verfolgt schon eine wirkungsvolle Strategie. Ich nehme ein Produkt, senke den Preis im Rahmen eines Angebotes um einen riesigen Batzen (hier statt 199,99 auf 49,97 Euro) und bewerbe kurz dieses fabelhafte Angebot. Dabei halte ich die Stückzahlen, die tatsächlich in den Verkauf gehen so gering, als dass diese in kürzester Zeit ausverkauft sind. Der Effekt ist viel Werbung (gerade in Form von Mund-zu-Mund Propaganda) und eine Ansteigende Geilheit der Käufer auf das “kostengünstige” Produkt. Schneller konnte man in diesem Fall eine große potenzielle Käuferschar gar nicht mit dem Produkt Windows 7 in Kontakt bringen.
Brilliant, uralt und funktioniert immer wieder.