Piratenpartei: Anklage gegen Jörg Tauss

Anscheinend will die Staatsanwaltschaft Karlsruhe Jörg Tauss wegen Besitz von Kinderpornografie anklagen. Basisquelle für diese Information scheint laut Golem die Bild zu sein, was die Geschichte nicht unbedingt in ihrer Glaubwürdigkeit steigert, mit einem Statement des Oberstaatsanwalts Rüdiger Rehring aber bestätigt wurde.

Tauss hatte bereits im März diesen Jahres zugegeben im Besitz von Kinderpornografie zu sein, diese aber nur zu eigenen Ermittlungszwecken genutzt zu haben. In einer Stellungnahme sagte er damals:

„Ich habe mich im Jahr 2007 aufgrund entsprechender Hinweise von Informanten über im Fernsehen beworbene pornografische Telefonhotlines und mit Decknamen wie ‚Werner‘ dieser ‚Szene‘ zu nähern versucht. „

und

„Sie kommen dem überhaupt auch nur nahe, wenn sie szenetypisch auftreten und selbst ‚Material‘, sozusagen als Eintrittskarte, anzubieten haben. ‚Ich schicke Dir und Du schickst mir – so sind wir beide abgesichert‘.“

Zwar hat man schon das ein oder andere Pferd vor der Apotheke kotzen sehen, eine Vorverurteilung ist in meinen Augen trotzdem mit Vorsicht zu genießen. Gerade der Weg der Staatsanwaltschaft, die Anklage über ein Medium wie die Bild Zeitung publik zu machen, scheint mir äußerst fragwürdig. Ein entstehender Medienrummel ist immerhin nicht nur eine gute Möglichkeit gegen Tauss zu agieren, sondern parallel auch das eigene Gesicht in die Presse zu ziehen.

Jörg Tauss hatte kürzlich erst den Wechsel vom SPD Abgeordneten zum Mitglied der Piratenpartei Deutschlands vollzogen und ist hier eines der wenigen bekannten Gesichter. Ob die neuen Schlagzeilen um Tauss der Piratenpartei schaden, ist fraglich. Für eine so junge Partei kann die um Tauss entstehende Presseresonanz aber von großer negativer Schlagkraft sein.

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