Deutsche Marken im Social Web
Februar 23rd, 2009 • News, Web
Allmorgenlich mache ich mich mit meinem MacBook auf die Reise durch das Social Web. Angefangen bei Twitter[wikiSCR]Twitter[/wikiSCR], navigiere ich über StudiVZ[wikiSCR]StudiVZ[/wikiSCR] zu Facebook[wikiSCR]Facebook[/wikiSCR] und komme dabei noch bei Lifestream, MySpace[wikiSCR]Myspace[/wikiSCR] und diversen anderen Plattformen vorbei. Erstaunlich, gerade für mich als Werber und Online Marketer ist, dass ich kaum deutsche Marken bei meinen Streifzügen entdecke. Auf internationaler Ebene ist es kein Problem ein Facebook Kumpel von Coca Cola oder ein Twitter Follower von Apple oder Microsoft zu werden. Bei der Suche nach deutschen Marken werde ich dagegen kaum fündig.
Natürlich frage ich mich warum sich deutsche Unternehmen so unendlich schwer tun mit relativ wenig finanziellem Aufwand den Schritt in Richtung Social Media und damit auch in Richtung direkte Kommunikation mit dem Endverbraucher zu gehen. Schon einige Male habe ich als Konzeptioner Ideen und Ansätze für die Portierung von Unternehmenskommunikation in das Web2.x entwickelt und vorgestellt. Interesse ist da, allerdings auch nur, wenn die Marketingverantwortlichen überhaupt im Entferntesten wissen worüber ich rede. Gehen wir dann in Richtung Entscheider, so scheint diesen die Alternative zur klassischen Bannerwerbung zu riskant, nicht ausgereift, oder wird erst gar nicht verstanden. Gleiche Erfahrungen mache ich dabei übrigens auch im direkten Austausch mit führenden Mediaagenturen, die ich zum Teil als Berater unterstütze. Zwar sehen die Agenturen großes Potenzial in der Idee, nicht aber im Verkauf an deutsche Unternehmen.
Fassen wir doch mal zusammen, welche Vorteile der Schritt zur aktiven Teilnahme am Social Web für Unternehmen haben kann:
Ganz abgesehen von den stetig sinkenden Klickraten der klassischen Bannerwerbung (diese liegen stellenweise schon gut unter 0,5%) baut Social Media eine erstaunlich gute und meines Erachtens bessere Brand Awareness auf. Die Marke ist auffällig platziert genau da, wo die potenzielle Zielgruppe auch ist. Dazu kommen zahlreiche Möglichkeiten der Interaktion mit dem User, was zu einer direkten Kommunikation zwischen Marke und Konsument führt. Dabei geht es nicht nur um die reine Übermittlung von Werbeinhalten, was im Social Web fatal wäre, sondern auch um eine schnelle Reaktion auf mögliche Kritikpunkte.
Zu den Pluspunkten der Social Web basierten Markeitngmaßnahmen gehört definitv auch das Monitoring. So lässt sich genau bestimmen wieviele User mit welcher Ansprache erreicht wurden, was diese User im Anschluss gemacht haben um weiterführende Informationen über die Marke zu erlangen und vor allem in welcher Größenordnung sich virale Kampagnen verbreiten.
Die Verknüpfung unterschiedlicher Plattformen und Elemente sollte darüber hinaus ebenfalls einen Anreiz darstellen. Blogge ich im Corporate Blog, so lassen sich diese Inhalte headlinemäßig an Twitter und Friendfeed übermitteln und umgekehrt. Was ich twittere taucht wiederum im Markenprofil bei Facebook auf und kann auf unzähligen anderen Plattformen weiter verarbeitet und präsentiert werden.
Warum deutsche Marken noch vor dem Social Web zurückschrecken
Im Grunde lässt sich diese Frage meiner Meinung nach mit:
- zu teuer
- fehlende Erfahrungswerte
- fehlendes Basiswissen über die unzähligen Möglichkeiten
- fehlende Risikobereitschaft
- zu klassische Ausrichtung des Unternehmens
beantworten.
Fazit
Ich hoffe sehr (und glaube auch daran), dass auch deutsche Unternehmen bald das Social Web als mögliche Basis für Marketingaktivitäten entdecken. Etwas Risikobereitschaft gehört dazu, kann aber mit den Erfahrungswerten der US Vorbilder durchaus relativiert werden. Ich würde mir wünschen, dass deutsche Marketingverantwortliche den Blick über den besagten Tellerrand wagen, amerikanische Plattformen und Unternehmen nicht nur “das, was da drüben passiert” abtun und merken, dass das Gästebuch auf der Brandsite nicht das Maximum an Interaktivität ist, was das Internet heute zu bieten hat. Content kann man auf andere Plattformen portieren und teilen. Dabei heißt teilen nicht, dass man wichtige Inhalte verschenkt und unkontrolliert in die Wildnis schießt, sondern für eine plattformübergreifende Verbreitung sorgt. In einem Land, in dem Jägerzäune noch zur Standardeinrichtung der Gartenanlage gehören, vielleicht etwas zu viel verlangt?
6 Responses (Add Your Comment)
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Heiko Schneider Februar 23, 2009at 15:35
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